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Ulrich Fey
Clowns für Menschen mit Demenz
Das Potenzial einer komischen Kunst
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Humortag

Hintergründe, Ziele, Arbeitsweise

Mit unserem Humortag wollen wir Menschen in Ihrem Haus eine Begegnung eröffnen, die diesen Freude, Spaß machen kann, vielleicht aber auch andere Gefühle weckt. Uns sind alle Emotionen recht. Zentrale Säule unseres Handelns ist der offene Raum – in dem sich etwas entfalten kann. Wir Clowns nehmen ohne jeden äußeren oder inneren Auftrag Kontakt mit den Menschen auf, wir bieten eine Begegnung an und die Bewohner reagieren in dem Maße darauf, wie sie es für angemessen halten. Das kann groß, laut und spektakulär sein oder auch ganz klein und kaum wahrnehmbar. Wir nehmen jede Situation genau so, wie sie ist.

Der Humortag hat drei Ebenen, auf denen wir agieren wollen:

  • Wir verändern die Atmosphäre im ganzen Haus. Mit sparsamen, aber wirkungsvollen Dekorationsmitteln machen wir deutlich: Heute ist etwas anders, hier findet etwas Besonderes statt. Der clowneske Schmuck wirkt auch, wenn wir als Clowns nicht in Reichweite sind.
  • Wir versuchen an dem Tag viele BewohnerInnen zu erreichen, und – wenn es geht – zu berühren. Das gilt für geistig und körperlich rege Menschen ebenso wie für dementiell stark Beeinträchtigte.
    Bei dieser Arbeit steht das Erlebnis, das Gefühl im Vordergrund, nicht das laute Lachen (das es aber natürlich gibt). So unterschiedlich die Bedürfnisse der Einzelnen sind, so unterschiedlich begegnen wir ihnen. Deshalb gibt es für den Tag nur eine Abfolge, aber (mit Ausnahme der Show am Nachmittag) kein festgelegtes Programm. Je aktiver die BewohnerInnen sich am Heimleben beteiligen, desto clownesker, d.h. größer, körperlicher, werden wir arbeiten. Die dementiell Veränderten haben ganz andere Bedürfnisse. Hier geht es um die vorsichtige Annäherung, um die sinnliche, taktile Kommunikation.
    Fast allen gemeinsam ist ein Zugang zur Musik. Deshalb stellt Musik machen (mit Akkordeon und Mundharmonika) und Singen ein immer wiederkehrendes Element unseres Humortages dar. Besonders bei den Menschen mit Demenz lassen sich verblüffende Veränderungen erleben.
  • Wir spielen ausdrücklich auch für das Personal. Hiermit wollen wir nicht nur dessen Arbeitsalltag freudvoll beeinflussen, sondern auch unsere Wertschätzung für diese Arbeit zum Ausdruck bringen. Ob Pflegekraft, Küchenhilfe oder Heimleitung – alle tragen ihren Teil zum Gelingen des Ganzen bei. Auch hier gibt es kein Programm, sondern spontan improvisierte Szenen. Mag der eine Pfleger derben Humor, seine Kollegin aber eher etwas Dezentes – wir folgen unserer Intuition (und liegen meist richtig).

Ziel des Humortages ist es aber auch, einen langfristigen Effekt zu erzielen. Durch das Erleben eines solchen Tages angeregt, könnten kleine Schritte begonnen werden, einen (noch) freudvolleren Umgang miteinander im Alltag zu etablieren. Die vielleicht wichtigsten Ergebnisse unseres Humortages gibt es, wenn wir Clowns schon längst wieder fort sind.


Praktischer Ablauf

Vorgespräch


Der Humortag beginnt mit einem Vorgespräch – im Altenheim oder telefonisch. Hier wird der zeitliche und organisatorische Rahmen abgesprochen. Bei einem Treffen in Ihrem Hause – meist am Vortag des Humortages – werden wir Details klären: Welche Stationen, welche Personen und Gruppen wir dort besuchen sollen, wo die Show stattfinden soll etc. Wir benötigen auch einen Raum am Humortag für uns, wo wir unsere Requisiten lagern, wo wir uns umziehen und uns auch mal zurückziehen können. Es wäre hilfreich, wenn der Raum abschließbar wäre.

Humortag

Die Anreise erfolgt meist am Vortag, da wir vor Beginn des Humortages das Haus dekorieren, unseren Humorstand aufbauen.

Der Humortag beginnt mit der Begrüßung des Frühdienstes zu deren Arbeitsbeginn mit Akkordeon. Jeder/jede bekommt eine kleine Überraschung. Dann stellen wir unseren Humorstand auf, der Mitarbeiter, Bewohner und Besucher zum Stöbern einlädt. In unserem Humorstand finden sich historische Gewänder, Scherzartikel, Hüte, Nasen, Stofftiere etc., die zum Ausprobieren einladen. Dazu liegen Bücher aus, die Themen umfassen von komischen Gedichten und Kurzgeschichten bis hin zu Humor und Lachen in der Therapie. Der Humorstand bleibt den ganzen Tag stehen zum Schauen und Spielen.

 

Nach der Pause beginnen wir die Humorvisite auf den verschiedenen Stationen. Gemeinsam begrüßen Clownin Augustine und Clown Albert die BewohnerInnen zum Frühstück im jeweiligen Aufenthaltsraum. Dabei gibt es viel Musik, manch erstauntes Gesicht und für jede Bewohnerin eine kleine Überraschung. Etwa drei bis vier Stationen können wir an diesem Vormittag besuchen. Nach einer Verschnaufpause gehen wir zu BewohnerInnen auf die Zimmer. Es sollten nicht mehr als insgesamt zehn bis zwölf Personen sein (eine Namensliste wäre hilfreich), sonst steigt der Zeitdruck und sinkt die Intensität der Begegnungen. Unsere clowneske Interaktion beruht dabei immer auf einer Einladung der Bewohner. Den Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden, akzeptieren wir ohne Einschränkung. Gerne und ganz gezielt gehen wir auch zu dementiell veränderten BewohnerInnen.

Eine Bitte haben wir hier an Ihr Pflegepersonal: Es wäre hilfreich, wenn Ihre Pflegekräfte keine Sitzkreise mit gespannter Erwartung schaffen würden. Das provoziert Enttäuschungen und widerspricht unserer Intention einer freiwilligen Begegnung. Wir empfehlen den Pflegenden, die Position des Beobachters einzunehmen. Vielleicht machen Sie dabei neue Entdeckungen.

Nach der Mittagspause versuchen wir alle noch nicht entdeckten Teile des Hauses zu bespielen: den Kücheneingang, die Hausmeisterwerkstatt, das Büro des Chefs etc. Schließlich sind wir für alle im Haus da. Anschließend begrüßen wir die Pflegekräfte des Spätdienstes ebenfalls mit Musik und einer kleinen Überraschung.

Der Nachmittag ist reserviert für unsere Show im Saal. Hier wollen wir dem Wunsch der aktiven BewohnerInnen entsprechen, die einfach unterhalten werden, Spaß haben wollen. Kleine improvisierte Szenen entstehen mit und ohne

Einbindung der Gäste. Es werden Musik und Gedichte erklingen – alles aus der alten Zeit, um nahe am Erfahrungsschatz der BesucherInnen zu bleiben.

Im Anschluss an die Show laden wir Sie zu einer Nachbesprechung ein. Hier wollen wir mit Ihnen kurz über die Erfahrungen des Humortages sprechen. Der Austausch umfasst etwa dreißig Minuten. Anschließend ist der Humortag beendet.


Fotograf


Unser Ziel, langfristige Wirkung zu erzielen, wird unterstützt von dem Angebot, einen Fotografen den Humortag begleiten zu lassen. Auf Ihren Wunsch hin würde ein professioneller Pressefotograf den ganzen Tag im Haus mit der Kamera unterwegs sein. Selbständig entscheidet er (oder sie), wo, wann, was festgehalten wird. Eine erste Auswahl aus dem umfangreichen Material würde der Fotograf vornehmen, die besten Bilder würden Ihnen dann per CD übergeben. Die Kosten für den Fotografen belaufen sich auf 350 €.

Presse


Wenn Sie Presse für den Tag einladen wollen – herzlich gerne. Wir bitten Sie aber, uns vorher über die Umstände zu informieren.

Honorar

Im Honorar von 1500 € für beide Clowns sind enthalten die Vorbesprechung, das Schmücken des Hauses am Vortag, der Humortag selbst und die Nachbesprechung. Als Fahrtkosten berechnen wir 0,30 € pro Kilometer. Auf das Honorar müssen wir 7 % Mehrwertsteuer berechnen. Falls aus Gründen der Entfernung notwendig, bitten wir um die Gelegenheit, in einem einfachen Hotel kostenfrei übernachten (2 EZ) zu können.


Sponsoren

Sponsoren & Stiftungen
Auch wenn wir unser Honorar für angemessen halten, wissen wir, dass es vielen Einrichtungen schwer fällt, dafür aufzukommen. Deshalb empfehlen wir interessierten Häusern, sich um externe Finanzhilfen zu kümmern. Ansprechpartner sind hier: Kommunen, lokale Sponsoren (z.B. Lions-Club oder Rotarier), Stiftungen (www.Humor-hilft-heilen.de, www.breuerstiftung.de, Werner und Gretchen Neumann-Stiftung, Nicolaistr. 4, 65193 Wiesbaden) oder Fördervereine. Viele Sponsoren setzen sich gerade für so eine überschaubare Aktion gerne ein.


Wir würden uns freuen, für Sie in Ihrem Haus unterwegs sein zu können und wünschen Ihnen und Ihren MitarbeiterInnen alles Gute.

Doris Friedmann und Ulrich Fey

P.S.
Falls Sie an ausführlichen Informationen zu Clowns und Menschen mit Demenz interessiert sind, empfehlen wir Ihnen das gleichnamige Buch von Ulrich Fey, das im September 2012 im Mabuse-Verlag, Frankfurt, erscheint.

  

 

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